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Ad Blue Betrug (Mercedes, Audi, VW, Porsche u.a.):

Bei dieser Anfang April 2019 (wieder) neu hervorgekommenen Machenschaft geht es um ein Kartell, das deshalb zwischen den fünf großen deutschen Automobilherstellern BMW, Volkswagen, Audi, Porsche und Mercedes geschmiedet wurde, um sich hinsichtlich anstehender Innovationen dahingehend abzusprechen, dass diese nicht sofort sondern mit vereinbarter Verspätung umgesetzt werden. Aller Voraussicht nach wird die Europäische Kommission noch in diesem Jahr empfindliche Strafen gegen die oben genannten Autobauer verhängen (so sie nicht durch ein Geständnis in den Genuss der Kronzeugenregelung kommen).

 

Innovationen kosten Geld und bringen die Mitbewerber mit Umsetzung unter Druck, selbst auch diese Neueinführungen zu übernehmen.

Deshalb gab es hinsichtlich bestimmter neuer Erfindungen Absprachen, diese nicht oder nur „in abgespeckter Form“ in die Fahrzeuge einzubauen.

Diese Tatsachen haben Mercedes und Volkswagen (auch für Porsche und Audi) in Selbstanzeigen bereits zugestanden (BMW bestreitet alles).

 

Konkret betrifft dies u.a. zu kleine Ad Blue Behältnisse.

 

Während es bei LKWs schon seit ca. 2003, 2004 üblich war, durch Zusatz von Harnstoff (= Ad Blue) bei der Verbrennung von Dieselkraftstoff die NOX Partikel fast völlig zu reduzieren, wurde diese Methode bei PKWs erst ab 2007, 2008 eingesetzt.

 

Obwohl von Anfang an aufgrund der Erfahrungen mit den Lastkraftwagen völlig klar war, dass bei der Menge von zuzusetzenden Harnstoff nur ein großer Ad Blue Tank, der von außen mit einem Tankstutzen befüllbar ist, sinnvoll ist, wurden von den Herstellern ab 2012 (!) kleine - meist 5 -10 Liter Tanks - verbaut.

 

Dies aus mehreren Gründen:

 

Einerseits war man sich nicht sicher, ob die PKW-Fahrer ein „Selbstnachtanken“ akzeptieren würden und versprach deshalb, dass es ohnehin ausreiche, wenn bei jedem Service alle 30.000 km der 5 Liter Ad Blue Tank nachgefüllt wird.

 

Andererseits konnte man für das Nachfüllen dann rund EUR 10 pro Liter verlangen, bei den LKW Tankstellen kostet das Ad Blue weniger als 10 % davon.

 

Zusätzlich gab es Bedenken, dass der Einbau großer Tanks Platz beanspruchen würde, der für Extras genützt werden könnte (Lautsprecherboxen, Subwoofer...), die der Kunde auch extra bezahlt.

 

Das Auto „durfte“ daher nur 1 Liter Ad Blue auf 6000 km brauchen

 

Da jedoch nach allen wissenschaftlichen Studien die Abgasreinigung des Dieselkraftstoffes während seiner Verbrennung durch Ad Blue nur dann funktioniert, wenn genug davon eingeblasen wird (ca. 1 Liter Ad Blue pro 600 km, also das Zehnfache), musste man eine Lösung finden.

 

Diese war die Gleiche wie bei EA189: die Einspritzung des Harnstoffes wurde durch die Software so geregelt, dass lediglich beim Durchfahren des Prüfzyklusses der für eine Reinigung notwendige Harnstoff „eingeblasen“ wurde: die Dieselfahrzeuge waren - wie zuvor bei der Abgasreinigung durch Verbrennung im Motor - nur am Prüfstand sauber.

 

Wenn aber nur einer der Hersteller „ausgeschert“ wäre und einen großen 15 - 20 Liter Tank mit Einfüllmöglichkeit neben der Tanköffnung angeboten hätte, wäre der Bluff aufgefallen: warum hätten der eine einen so großen AdBlue Tank gebraucht und die Anderen nicht?

 

Nach Auffliegen (bzw. bei Mercedes und Volkswagen nach Eingestehen) des Schwindels, war die Frage: was tun? Einen größeren Tank nachträglich einbauen war zu teuer.

 

Die Lösung ist in den meisten Fällen jene, dass die Einspritzmenge durch Softwareumprogrammierung etwas erhöht wurde (ohne den Motor dadurch wirklich sauber zu machen) und der Autobesitzer nun dennoch zwischen den Serviceintervallen AdBlue nachtanken muss, was zumeist beschwerlich ist (im Kofferraum mit einem Trichter „herumpanschen“) und oft durch das dabei verschüttete Ad Blue auch unangenehm riecht.

 

All das wäre nicht notwendig gewesen, wenn die Gier nach mehr Profit auf Kosten der Kunden nicht im Vordergrund gestanden wäre und man vom Anfang an richtige Tanks eingebaut und die Software so programmiert hätte, dass Abgase tatsächlich gereinigt werden. Ad Blue kostet pro Liter ca. 70 Cent, alle 7000 km 10 Euro hätte jeder Autofahrer für die Umwelt bezahlt!

 

Jetzt haben die betroffenen Kunden Autos, die nicht dem Gesetz entsprechen und die auch nicht wie versprochen bedienbar sind: wer hätte ein Auto gekauft, wenn er gewusst hätte, dass er nach jedem zweiten Mal Tanken (bei 5 Liter Tanks) im Kofferraum kniend Ad Blue Flüssigkeit nachfüllen muss oder entgegen dem Gesetz NOX ausstößt?

 

Wenn man dies den Kunden beim Kauf gesagt hätte, hätten sie um ca. 20% weniger bezahlt - oder das Auto gar nicht gekauft. Weiters stützen wir unsere Ansprüche auch auf Kartellschadenersatz: die Hersteller haben durch das Kartell an sich ihren Kunden einen Schaden zugefügt (und einen zusätzlichen Gewinn gemacht) - das wollen wir uns für den Kunden zurückholen!