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Kreditbearbeitungsgebühr bezahlt? Wir prüfen Ihren Vertrag.

Nicht jede Kreditbearbeitungsgebühr ist unzulässig. Jede konkrete Gebührenklausel muss geprüft werden.

Entscheidend ist, ob die Gebühr klar, nachvollziehbar, sachlich gerechtfertigt und angemessen war.

Arbeit an einem Mandat in der Kanzlei
OGH-Entscheidungen8

zu Kreditbearbeitungsgebühren seit 2025

Bearbeitungsspesen20.850 €

im Verfahren OGH 2 Ob 52/25y

Aufwand laut Bank20–23

Stunden im Verfahren OGH 2 Ob 52/25y

Wann lohnt sich eine Prüfung?

  • Sie haben in Österreich einen Kredit, Wohnkredit oder ein Bauspardarlehen abgeschlossen.
  • Es wurde eine Bearbeitungsgebühr, ein Bearbeitungsentgelt oder ein ähnliches Einmalentgelt verrechnet.
  • Neben der Bearbeitungsgebühr stehen weitere Positionen wie Schätzgebühr, Grundbuch- oder Treuhandkosten.
  • Die Gebühr wurde prozentual von der Kreditsumme berechnet oder erscheint im Verhältnis zum Aufwand hoch.
  • Der Kredit kann auch bereits vollständig zurückgezahlt sein.
Schritt für Schritt

So läuft es ab

Schritt 01

Fall schildern

Sie senden uns Ihren Kreditvertrag und die Gebührenaufstellung über das Formular.

Schritt 02

Erstkontakt

Wir melden uns und klären offene Fragen, etwa zur Rechtsschutzversicherung.

Schritt 03

Prüfung

Wir prüfen Transparenz, Abgrenzung und Angemessenheit der Gebührenklausel.

Schritt 04

Ihre Entscheidung

Sie entscheiden, ob wir die Rückforderung für Sie durchsetzen.

→ Rechtslage

Rechtslage in Kürze

Transparenz und Angemessenheit sind zwei verschiedene Fragen. Nicht jede Kreditbearbeitungsgebühr ist unzulässig. Entscheidend ist die konkrete Gebührenklausel.

OGH2 Ob 52/25y

23. Oktober 2025

Transparent - aber viel zu hoch Die Bank hatte konkret beschrieben, dass die Bearbeitungsspesen insbesondere Bearbeitung des Kreditantrags, Bonitätsprüfung und Erstellung der Kreditunterlagen abgelten sollten. Damit war eine Abgrenzung gegenüber anderen Gebühren möglich. Die verlangten 20.850 Euro standen jedoch einem von der Bank selbst behaupteten durchschnittlichen Aufwand von lediglich 20 bis 23 Stunden gegenüber. Der OGH hielt es für offenkundig, dass die Gebühr den tatsächlichen Kostenaufwand grob überschritt und verpflichtete die Bank zur Rückzahlung. Besonders wichtig: Transparenz allein macht eine Kreditgebühr noch nicht zulässig.

OGH2 Ob 63/25s

23. Oktober 2025

8.040 Euro Bearbeitungsentgelt - Intransparenz Die Verbraucher hatten für einen Kredit von 268.000 Euro ein Bearbeitungsentgelt von 8.040 Euro bezahlt. Daneben bestanden weitere Kostenpositionen. Der OGH hielt die Abgrenzung insbesondere gegenüber Entgelten für Liegenschaftsbesichtigung und -bewertung, Grundbuchsüberprüfung und Treuhandabwicklung für nicht ausreichend klar. Die Bank wurde zur Rückzahlung der 8.040 Euro samt Zinsen verpflichtet.

OGH7 Ob 111/25m

25. Februar 2026

999,95 Euro Bearbeitungsgebühr nicht gröblich überhöht In diesem Fall waren Bearbeitungsspesen von 999,95 Euro vorgesehen. Ausgehend vom von der Bank behaupteten durchschnittlichen Aufwand von 20 bis 23 Stunden sah der OGH keine grobe Kostenüberschreitung. Nicht jede Kreditbearbeitungsgebühr ist unzulässig.

Rechtliche Einordnung im Detail

Wann ist eine Kreditbearbeitungsgebühr zu hoch?

Auch eine völlig transparent formulierte Gebührenklausel kann unzulässig sein.

Denn Transparenz und Angemessenheit sind zwei verschiedene Fragen.

Entscheidend kann insbesondere das Verhältnis zwischen der Höhe des verlangten Entgelts und dem tatsächlichen Aufwand der Bank sein.

Besonders deutlich zeigt dies OGH 2 Ob 52/25y:

Dort wurden 20.850 Euro Bearbeitungsspesen verlangt. Die Bank selbst ging von einem durchschnittlichen Aufwand von lediglich rund 20 bis 23 Stunden für Bearbeitung des Kreditantrags, Bonitätsprüfung und Erstellung der Kreditunterlagen aus.

Der OGH hielt es für offenkundig, dass 20.850 Euro diesen tatsächlichen Kostenaufwand grob überschreiten.

Eine Gebühr kann transparent formuliert und trotzdem unzulässig hoch sein.

Nicht jede Bearbeitungsgebühr ist unzulässig

Eine seriöse Darstellung verlangt auch die andere Seite der aktuellen Rechtsprechung.

In OGH 7 Ob 111/25m waren Bearbeitungsspesen von 999,95 Euro vereinbart.

Ausgehend von einem behaupteten durchschnittlichen Bearbeitungsaufwand von rund 20 bis 23 Stunden sah der OGH darin keine grobe Kostenüberschreitung.

Die entscheidende Aussage lautet daher nicht:

Jede Kreditbearbeitungsgebühr ist unzulässig.

Sondern:

Jede konkrete Gebührenklausel muss geprüft werden.

Muss eine unzulässige Gebühr nur teilweise zurückgezahlt werden?

Nicht unbedingt.

Ein zentraler Grundsatz des europäischen Verbraucherrechts ist das Verbot der geltungserhaltenden Reduktion.

Vereinfacht bedeutet das:

Eine missbräuchliche Klausel soll nicht einfach vom Gericht so weit reduziert werden, bis gerade noch ein zulässiger Betrag übrig bleibt.

Sonst hätte ein Unternehmer kaum ein wirtschaftliches Risiko, zunächst eine überhöhte Klausel zu verwenden.

Ist eine Gebührenklausel insgesamt unwirksam, kann daher auch die gesamte aufgrund dieser Klausel bezahlte Gebühr zurückzufordern sein.

Ausführlich: Banken, Kredite & Gebühren
→ Ihr nächster Schritt

Schildern Sie uns Ihren Fall.

Übermitteln Sie uns Ihren Kreditvertrag und die Gebührenaufstellung. Wir sichten Ihre Angaben und besprechen mit Ihnen die nächsten Schritte.

Mit dem Absenden erfolgt noch keine rechtliche Prüfung oder automatische Mandatserteilung.

Worum geht es?

Bitte geben Sie mindestens E-Mail oder Telefon an.

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    Mag. Michael Poduschka

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    Fragen & Antworten

    8 häufige Fragen zur Rückforderung

    Acht Fragen zur Rückforderung in der Praxis. Alle 60 Fragen finden Sie auf der Schwerpunktseite.

    8 Fragen

    Wie bekomme ich eine Kreditbearbeitungsgebühr von meiner Bank zurück?

    Zunächst sollte geprüft werden, ob die konkrete Gebührenklausel wirksam ist.

    Ist sie intransparent, gröblich benachteiligend oder überschneidet sie sich mit anderen Entgelten, kann ein Rückforderungsanspruch bestehen.

    In einem ersten Schritt kann die Bank schriftlich zur Rückzahlung aufgefordert werden. Lehnt sie ab, ist zu prüfen, ob der Anspruch gerichtlich geltend gemacht werden soll.

    Kann ich Bearbeitungsgebühren aus einem alten Wohnkredit zurückfordern?

    Ja, auch bei sehr alten Wohnkrediten kann eine Rückforderung noch möglich sein.

    Nach unserer Auffassung ist die Verjährungsfrage in vielen Fällen zugunsten des Verbrauchers zu lösen.

    Ein Anspruch sollte daher nicht allein deshalb aufgegeben werden, weil der Kreditvertrag viele Jahre zurückliegt oder der Kredit bereits vollständig zurückbezahlt ist.

    Gerade bei möglicherweise unwirksamen Verbraucherklauseln ist entscheidend, wann der Verbraucher die Unzulässigkeit der betreffenden Klausel erkennen konnte.

    Auch ältere Wohnkredite sollten daher im Zweifel geprüft werden.

    Ist eine Kreditbearbeitungsgebühr von 1,5 Prozent zulässig?

    Nicht automatisch.

    Der OGH hatte bereits eine standardisierte Klausel über 1,5 % des Kreditbetrags zu beurteilen.

    Entscheidend sind die konkrete Vertragsgestaltung, eine allfällige Obergrenze und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Klausel.

    Wie hoch darf eine Kreditbearbeitungsgebühr sein?

    Eine allgemeine fixe Euro- oder Prozentgrenze gibt es nicht.

    Entscheidend ist insbesondere, welche konkrete Leistung abgegolten werden soll und wie hoch der tatsächliche Aufwand der Bank dafür ist.

    Welche Unterlagen brauche ich, um Kreditgebühren zurückzufordern?

    Für eine erste Prüfung sind insbesondere hilfreich:

    vollständiger Kreditvertrag

    Vertragsanhänge

    Kosten- und Gebührenaufstellungen

    Kontoauszüge oder sonstige Zahlungsnachweise

    Schriftverkehr mit der Bank

    gegebenenfalls Rechtsschutzpolizze und Versicherungsbedingungen

    Was kann ich tun, wenn die Bank die Rückzahlung ablehnt?

    Eine Ablehnung bedeutet nicht automatisch, dass kein Anspruch besteht.

    Dann sollte geprüft werden:

    Welche Begründung nennt die Bank?

    Ist die Klausel transparent?

    Steht die Gebühr im Verhältnis zum Aufwand?

    Gibt es einschlägige OGH-Rechtsprechung?

    Ist der Anspruch verjährt?

    Besteht Rechtsschutzdeckung?

    Danach kann entschieden werden, ob eine gerichtliche Geltendmachung sinnvoll ist.

    Wie lange kann ich Kreditbearbeitungsgebühren zurückfordern?

    Das lässt sich nicht mit einer einzigen Frist beantworten.

    Gerade bei Ansprüchen aus möglicherweise unwirksamen Verbraucherklauseln ist die Verjährungsfrage rechtlich komplex.

    Nach unserer Auffassung ist die Verjährungsfrage häufig verbraucherfreundlich zu lösen.

    Besonders wichtig kann sein, wann der Verbraucher erkennen konnte, dass die betreffende Klausel möglicherweise unwirksam ist.

    Auch bei sehr alten Verträgen kann daher eine Prüfung sinnvoll sein.

    Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung eine Klage gegen die Bank?

    Das hängt vom konkreten Rechtsschutzvertrag ab.

    Entscheidend sind insbesondere der versicherte Baustein, der Zeitpunkt des Versicherungsfalls und mögliche Ausschlüsse.

    Bei Immobilienkrediten berufen sich Versicherer häufig auf sogenannte Bauherren- oder Baufinanzierungsausschlüsse.

    Eine solche Deckungsablehnung sollte nach unserer Erfahrung nicht ungeprüft akzeptiert werden.

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